Motorrad Classic
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Aktuelle Ausgabe 008/2026 vom 03.06.2026
Erscheinungsweise: alle 2 Monate
Die nächste Ausgabe erscheint am 06.08.2026.
Inhalt der Ausgabe 008/2026:
(Unter der Lupe) Die Kreidler-RS-50-Kleinkrafträder
Marcel Schoch und Fachleute beschreiben Technik, Typengeschichte und typische Schwachstellen der Kreidler Florett RS und geben Praxistipps für Käufer und Restauratoren. Der liegende Zweitaktmotor wurde in mehreren Ausführungen (B15/6, B15/7, B15/20) gebaut, teils mit Nikasilbeschichtung, und erfordert je nach Baujahr unterschiedliche Vergaser- und Wartungsmaßnahmen. Die Autoren warnen vor häufigen Mängeln wie verrosteten Ansaugkammern, eingerissenen Vergasern, ausgeschlagenen Kurbelwellenlagern, korrodierten Tanks, Trommelbremsproblemen und Rahmenrost. Ergänzt werden die Hinweise durch reparaturtechnische Einschätzungen, Teilemöglichkeiten, Restaurierungsaufwand und eine Marktwert-Einschätzung.
(Auf Achse) Kreidler Florett RS vs. Zündapp KS 50 Watercooled
Ralf Schneider und Imre Paulovits vergleichen die Kreidler Florett RS und die Zündapp KS 50 Watercooled und schildern ihre persönlichen Jugendverbindungen zu den Maschinen. Die Kreidler Florett RS erweist sich als wildere, leichtere und hochdrehende 50er mit klauengeschaltetem Getriebe und hoher Agilität. Die Zündapp KS 50 Watercooled zeigt sich als ausgereiftere, schwerere Maschine mit wassergekühltem Motor, vorderer Scheibenbremse und ruhigerer Leistungsabgabe. Die Autoren berichten zudem von Restaurierungen, typischen Schwachstellen (Ansaugtrakt, Kurbelwellenlager, Vergaser) und praxisnahen Tipps für Käufer und Schrauber.
(SZENE) Youngtimer Cagiva Mito 125
Cagiva Mito debütierte 1990 als membraneingesteuerter Zweitakter mit Siebenganggetriebe und gewann schnell Anhänger durch Präzision und Agilität. Cagiva Mito Evoluzione von 1994 erhielt eine Verkleidung im Stil der Ducati 916 und etablierte so das markante Erscheinungsbild, das die Modellreihe prägte. Aprilia RS 125 bot oft mehr Durchzug und Komfort, während die Mito als kompromisslose Rennfeile für präzise Linien und hohe Kurvengeschwindigkeiten galt. Cagiva Mito blieb in verschiedenen Varianten bis 2011 beliebt und diente auch als Basis für Nachwuchsrennmodelle wie die SP 525.
(AUF ACHSE) Yamaha GTS 1000
Yamaha GTS 1000 vereinte Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Innovationen wie Achsschenkellenkung, Einspritzung, Katalysator und ABS in einem Sporttourer. Yamaha verfolgte mit der Achsschenkellenkung das Ziel, Bremsen und Lenken zu trennen, um stabiles Bremsverhalten und konstante Federwirkung zu ermöglichen. Yamaha GTS 1000 litt an Werksreifenwahl und Spurrillenempfindlichkeit, die sich durch Umrüstung auf schmalere Vorderreifen deutlich verbessern ließen. Yamaha GTS 1000 überzeugt mit Komfort, guter Langstreckentauglichkeit und solidem Motor, bleibt aber wegen Komplexität, Ersatzteilkosten und eingeschränkter Verbreitung eine Nischenlösung.
(Im Studio) Ducati NCR Endurance 947
Stefan Gratz infizierte sich während des Medizinstudiums in Bologna mit dem Ducati-Virus und begann, historische Maschinen zu sammeln. Die Ducati NCR Endurance 947 von 1979 entstand als speziell vorbereitete Langstreckenmaschine für das 24-Stunden-Rennen von Montjuïc mit Magnesium-Teilen und überarbeiteten Motoren. Mike Hailwood erzielte 1978 große Erfolge für Ducati, 1979 jedoch lief vieles nicht optimal, sodass Ducati die Montjuïc-Rennen als Ausgleichsstrategie nutzte. Die vorge-stellte Maschine mit der Startnummer 20 überdauerte Jahrzehnte in Sammlungen, wurde aufwendig restauriert und gilt als authentisch erhaltenes Exemplar der Werksmaschinen.
